Android: Sicherheitslücke durch Hersteller-Apps

Android: Sicherheitslücke durch Hersteller-Apps

Android wird oft für die mangelnde Sicherheit kritisiert. Und die immer wieder auftauchenden Nachrichten über erneute Sicherheitslücken bestätigen diesen Kritikpunkt. Daher ist es umso wichtiger, dass die Nutzer über mögliche Schwierigkeiten in Sachen Sicherheit aufgeklärt sind. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass man nicht einfach jede App aus dem Market herunterladen sollte, sondern hinterfragen und sich informieren. Dass es jedoch Sicherheitslücken gibt, die ausgerechnet durch die Hersteller hervorgerufen werden, ist dabei eine wirklich ärgerliche Sache.

Forscher der University of North Carolina haben herausgefunden, dass gerade in einigen der beliebtesten Android-Smartphones Sicherheitslücken durch Apps entstehen, die vom Hersteller vorinstalliert wurden. Diese Apps haben Zugriffsrechte beispielsweise auf die SMS-Funktion, auf GPS, mobile Netze oder die Nutzerdaten. Und: Sie können diese Rechte weitergeben an Dritte, so dass vom Nutzer unbemerkt Angreifer auf die Geräte zugreifen und zum Beispiel teure SMS verschicken können. Der Nutzer erfährt davon höchstens dann, wenn er einen Blick auf die Rechnung bzw. den Einzelverbindungsnachweis wirft und dabei erst einmal einen Schrecken bekommt und dann unbekannte Nummern entdeckt.

Motorola, Samsung und HTC von Sicherheitslücke betroffen

Von dieser Sicherheitslücke betroffen sind Smartphones der Hersteller HTC, Samsung und Motorola. Besonders gefährdet: Das HTC Evo 3D. Außerdem entdeckten die Forscher Schwachstellen bei den Modellen HTC Wildfire s und HTC Legend, Motorola Droid /Milestone und Droid X, Samsung Epic 4G sowie beim Google Nexus One und Nexus S. Die beiden Google Modelle sind noch vergleichsweise sicher, auf ihnen läuft je auch das pure Android ohne großartige Modifikationen.

Nutzer müssen sich schützen

Google wird sich jetzt beeilen müssen, um diese Sicherheitslücken zu schließen. Bis dahin können die Nutzer folgendes tun: Zum einen empfiehlt sich die Installation einer Anti-Viren-Software, die zwar in der Regel ein paar Euro kostet, aber das sollte einem die Sicherheit des Smartphones und der eigenen Daten durchaus wert sein. Und dann sollte man immer wieder einen Blick auf die Mobilfunk-Rechnung werfen und überprüfen, ob sie so stimmt. Wenn die Rechnung unerklärlicherweise höher ist als erwartet, dann kann man über den Einzelverbindungsnachweis prüfen, woher die Kosten kommen. Denn auch wenn z.B. ohne das Wissen des Nutzers verschickte SMS nicht auf dem Handy auftauchen – in der Verbindungsübersicht findet man sie.

Bild: Google/Android

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