Intel stellt Referenzmodell mit Medfield-Chip und Android 4.0 vor

Intel stellt Referenzmodell mit Medfield-Chip und Android 4.0 vor

Der Chip-Hersteller Intel kämpft schon seit Jahren um den Einstieg in den Smartphone-Markt, der aber nicht so richtig gelingen will. Das wird sich möglicherweise bald ändern. Denn Intel setzt nun zur Aufholjagd an und will das Feld von hinten aufrollen. Der weltgrößte Chip-Hersteller sorgte auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas für eine Überraschung – vielleicht die bislang einzige auf der Messe, der sonst die Highlights fehlen.

Intel-Chef Paul Otellini präsentierte auf der CES ein Referenz-Smartphone mit einem Medfield-Chip und Android 4.0 als Betriebssystem. Schon seit einiger Zeit versucht sich Intel an Smartphones, allerdings verschlangen bisherige Prozessoren immer zu viel Strom, um auch nur annähernd konkurrenzfähig zu sein. Das soll mit dem Atom-Chip Medfield anders werden.

Medfield-Chip, Android 4.0 und ARM-Emulator

Das Referenz-Modell, das Intel auf der CES zeigte, wird von einem 1,6 GHz starken Atom Z2460-Prozessor angetrieben. Es läuft mit einer x86-Version von Android 4.0. Um auch Apps nutzen zu können, die für ARM-Chips geschrieben wurden, hat das Intel-Smartphone einen ARM-Emulator bekommen. Ob dieser Auswirkungen auf die Performance der Apps hat, ist bislang nicht bekannt.

Lange Akkulaufzeit

Außerdem hat das Referenz-Smartphone von Intel eine 8-Megapixel-Kamera, eine Frontkamera und es unterstützt Datenübertragung über HSPA+ mit bis zu 21 MBit/s. Intel gibt an, dass man mit einem vollen Akku ganze sechs Stunden telefonieren kann, 45 Stunden Musik hören oder sechs Stunden lang Videos in Full HD-Qualität abspielen. Die Standby-Zeit liegt nach eigenen Angaben bei 14 Tagen.

Lenovo und Motorola als Kooperationspartner

Neben dem Referenz-Smartphone hat Intel auch gleich Kooperationspartner vorgestellt. Das erste Android-Smartphone mit Intel-Chip kommt von Lenovo, heißt ganz unspektakulär K800 und soll noch in der ersten Hälfte von 2012 zuerst in China auf den Markt kommen, später dann auch weltweit. Wann es nach Europa kommt und zu welchem Preis ist noch nicht bekannt.  Neben Lenovo kooperiert auch Motorola mit Intel. Für Intel wird der Erfolg des Medfield-Chips in Android-Smartphones und Tablets ausschlaggebend für die Zukunft sein. Da das PC-Geschäft stagniert oder bestenfalls leicht wächst, muss der Konzern einen Alternativ-Markt finden.

Bild: Intel

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